Monthly Archives: November 2007

.tv Domain bald vor dem Aus?

Der Inselstaat Tuvalu, bekannt durch die Top-Level-Domain „.tv“, versinkt im Meer. Den Bewohnern steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Der durch die Klimaerwärmung steigende Meeresspiegel wird in ca.50 Jahren die sieben Inseln von Tuvalu vollständig überspülen.

Doch was passiert dann mit der Länder-Domain „.tv“. Ohne Tuvalu gibt es kein Land und ohne Land kein Anrecht auf eine Top-Level-Länderkennung. Damit stünden unzählige Fernsehanstalten in dieser Welt, vor einem Aus ihreres .tv Domainnamens.

Tuvalu lädt bald zum Schwimmen ein

Dabei ist die Geschichte um die „.tv“ Domain von Tuvalu schon kurios genug. Im Jahr 2000 hat der Inselstaat die Vermarktungsrechte der Top-Level-Domain für $50 Mio. an das Unternehmen dotTV verkauft.

Von dem sprudelnden Geldsegen haben allerdings nur wenige der 11.000 Bürger Tuvalus profitiert. Gerüchten zufolge ist ein großer Teil des Geldes in Regierungskreisen versickert. Solide Häuser aus Beton zeugen vom neuen Reichtum einiger Einwohner.

Gestern im Radio habe ich ein Interview mit dem einzigen deutschen Einwohner Tuvalus gehört. Dieser ist davon überzeugt, dass Tuvalu durch das Gewicht der neuen Betonhäuser im Meer versinkt.

Konservative australische Politiker, freuen sich sicherlich über eine solche Erklärung. Schließlich ist Australien mit dem enormen CO2-Ausstoß nicht ganz unschuldig am verschwinden der pazifischen Inselgruppe. Zumindest gibt es schon Bürgerrechtler im Land, die die Australier moralisch verpflichtet sehen, die 11.000 Einwohner Tuvalus als Einwanderer aufzunehmen. Die Regierung Tuvalus ist bemüht ein Land für die Evakuierung der Insel-Bewohner zu finden.

SEO im Test: geprüfter Unsinn

Suchmaschinen Optimierer (SEO) haben einen ähnlichen Ruf wie russische Inkasso-Firmen, chinesische Spammer oder libanesische Autohändler. Die Branche wimmelt von zwielichtigen Typen und unseriösen Angeboten.

Wie soll sich da ein Interessent in diesem Becken voller Haifische zurecht finden? Machen wir doch einfach einen Test und zerlegen die Versprechen eines windigen Anbieters. Denn wer schlechte Anbieter erkennt, kann sich auf seröse Angebote konzentrieren.

Schauen wir uns einfach dieses verlockende Angebot für nur 99,- Euro* einmal an:

SEO Quatsch für 99,- Euro

Der Pferdefuss fängt beim * an. Denn statt 99,- Euro kostet das Angebot von „seoad11.com“ 393,- Euro, da die Optimierung mit einem 6 monatigen Vertrag zu 49,- Euro gekoppelt ist (was immer noch recht günstig klingt…).

Ein Spiel mit dem Feuer

Es folgt eine Beschreibung des Optimierers:

Sie können jederzeit Änderungen auf Ihrer Homepage vornehmen, ohne dass die Optimierung verloren geht! Wir erzeugen technisch gesehen eine „eigene Homepage“ auf Grund Ihrer Angaben in „Details, Angebot, Bestellung“ und Inhalte Ihrer Homepage. Diese Homepage entspricht absolut den neuesten Richtlinien für Suchmaschinen. Alle unterhalb ersichtlichen Punkte der Checkliste sind berücksichtigt! Dadurch wird diese in den Suchmaschinen gefunden, enthält Ihren Domainnamen, und wird sofort auf Ihre Homepage weiterverlinkt

Mit Verlaub: dieser Vorschlag ist gequirlte Kacke. Gefährliche gequirlte Kacke. Anders ausgedrückt heißt der Satz eigentlich: „Wir erzeugen ein gespiegelte Backdoor-Seite für den Suchmaschinen-Spider (auf irgendeinem dubiosen Server) und verlinken dieses dann auf das original Angebot.“ Dieses Verfahren verstößt gegen ziemlich gegen jede Richtlinie von populären Suchmaschinen. Wer sich darauf einlässt spielt mit dem Feuer. Denn als Strafe kann ein komplettes Entfernen aus dem Suchmaschinen-Index erfolgen.

Und wie steht es mit der eigenen Seite des SEO Anbieters?

Werfen wir einen Blick in den Quelltext… und wir stellen fest, dass der Inhalt der Seite NICHT für Suchmaschinen optimiert ist. Hier ein kleiner Auszug aus der Mängelliste:

  • Keine Verwendung von <h> Auszeichnungen in den Überschriften
  • Keine alt Texte mit Keywords bei Links und Grafiken
  • Keine nennenswerte interne Verlinkungen von Keywords
  • Verwendung von eingebetteten Frames (iFrames) für Inhalte

Wie geht es richtig?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Zunächst es gibt beim Thema „Suchmaschinen-Optimierung“ keine Lösung von der Stange. Auch ist die optimale Platzierung einer Seite in den Trefferlisten eine dauerhafte Aufgabe. Es gilt die Internet-Seiten technisch und inhaltlich auf Vordermann zu bringen.

Das technische optimieren einer Seite ist bloßes „Handwerk“. Es sind einige Regeln bei der Programmierung zu beachten.

Dagegen ist die inhaltliche Optimierung eine Kunst. Hier gilt es für den textlichen Aufbau der Seiten ein richtiges Maß zwischen den Ansprüchen des menschlichen Lesers und des „Automaten“ Suchmaschine zu finden. Keywords müssen sinnvoll und gut lesbar im Text platziert werden, ohne den Lesefluß des Menschen zu behindern.

Auch gilt es die statistische Dichte der Keyword-Verteilung im Text zu beachten. Exzessiv verwendete Begriffe können zu einer Abwertung im Suchmaschinen-Ranking führen. Hier gilt es, nach Textänderungen die Ergebnisse in der Suchmaschinen-Trefferliste zu kontrollieren.

Ebenso wichtig ist es, dass eigene Internet-Angebot mit hochwertigen Internetseiten zu verlinken. Links von bedeutenden Internet-Angeboten steigern aus der Sicht der Suchmaschinen den „Wert“ einer Seite. Auch lieben es Suchmaschinen, wenn Inhalte regelmäßig aktualisiert werden.

Mit etwas Ausdauer, wird so Ranking der Seite besser. Ohne Hilfe von dubiosen Optimieren.

Meine 10 schönsten Wünsche für Spammer

Seit einer halben Stunde wird mein Postfach mit Bounces geflutet. Zur Hölle mit diesem Spammer, der meinen E-Mail Account als Absender-Adresse in einer Spam-Welle gesetzt hat.

Spammer

Hier meine 10 schönsten Wünsche an Spammer:

  1. Nachhaltige Infektion mit Hakenwürmer
  2. Die dauerhafte Bekanntschaft mit einem Candiru
  3. Eine Ehe mit dieser Frau
  4. Knoblauch setzt sich weltweit gegen Viagra durch
  5. Asphyxia, mit dem Resultat lebendig begraben zu werden
  6. Lebenslange Verbannung nach Tiniteqilaaq
  7. Im nächsten Leben eine Karriere als Labormaus
  8. In diesem Leben einen Platz in Santa Fu
  9. Beim Schwimmen ein Treffen mit Carcharodon carcharias
  10. Eine Karriere als Schrumpfkopf

Hilfe, wo bin ich?

„It’s better to travel well, than to arrive…“, Buddha 483 BC

Wer italienische Taxifahrer erlebt hat, kann die Aussage von Buddha sofort nachvollziehen. Ich habe in meinen drei Tagen in Mailand alle Facetten des italienischen Taxis genossen. Wilde raumgreifende Gestiken, lautes Hupen und geheimste Abkürzungen um verstopfte Straßen zu umgehen.

Navigation

Aber das italienische Taxi war nur eine kleine Anekdote am Rande meiner Reise. Das Hauptaugenmerk war meine Einladung zur Konferenz „Telemobility 2007“ in Monza.  Dort präsentierte ich auf Einladung der Region Lombardei die Podcast-Reise-Plattform Castogo.

Netterweise haben mich die Veranstalter in one-to-one Meetings komplett verplant. So habe ich eine Reihe von interessanten Kontakten gewinnen können und es hat spannende Einblicke in verschiedene open source basierte Lösungen für Google- / GIS-Mashups und Navigationslösungen.  Für unsere Arbeit mit Castogo gab es also reichlich Inspiration.

Informationsfreiheit ade: Wenn der Staat weiss, was du getan hast…

Jedes Volk erhält die Regierung, die es verdient. Das stimmt nur bedingt. Ich erwarte von meinen gewählten Abgeordneten, dass sich diese an unser Grundgesetz halten. Denn für Abgeordnete gilt GG §48(1):

Die Abgeordneten des deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Nach dem Abstimmungsverhalten der Abgeordneten der Regierungsparteien zum Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung müsste der letzte Teil von §48(1) de facto lauten:

„…Sie sind Vertreter Ihrer Partei und an den Weisungen der Fraktion gebunden!“

Denn nur so ist das geschlossene Abstimmungsverhalten der Abgeordneten von CDU/CSU und SPD zu erklären.

Pikant: im Sitzungsprotokoll des Bundestages äußern 26 Abgeordnete der SPD-Fraktion ihre verfassungsrechtlichen Bedenken zur Gesetzesvorlage und stimmen dennoch dafür.

Zitat:

„Trotz schwerwiegender politischer und verfassungsrechtlicher Bedenken werden wir im Ergebnis dem Gesetzentwurf aus folgenden Erwägungen zustimmen…“

Es folgt eine Begründung in mehren Absätzen, zur Haltung der Fraktion und Regierungsarbeit die mit dem Satz schließt:

„Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird…“

Habe ich richtig gelesen? 26 Abgeordnete stimmen mit JA, weil Sie der Meinung sind, dass Bundesverfassungsgericht wird es schon richten?

Ist das, wirklich dass die zweifelhafte Haltung einiger Abgeordneter? Blogger Marc Schloeske schreibt dazu empört:

„…Man stimmt also einem Gesetz zu, dessen „verfassungswidrige Bestandteile“ man kurzerhand als Entschuldigung für das eigene schizophrene Abstimmungsverhalten umdeutet? Frei nach dem Motto: Der Gesetzentwurf ist ohnehin verfassungswidrig, also kann man sich getrost der Fraktionsdisziplin unterordnen?

Wenn man für seine angeblich kritische Position keine Mehrheit findet, dann sollte man wenigstens den Mut haben und mit „Nein“ stimmen oder sich enthalten. Diese Feigheit, die sich zu allem Überfluß noch selbst aus der Verantwortung stehlen will, ist aber obszön und jämmerlich.“

Lawblogger Udo Vetter meint zynisch:

„Der Bundestag hat gestern das Fernmeldegeheimnis zu Grabe getragen und die Freiheitsrechte der Bürger in diesem Land weit darüber hinaus beschädigt. Wer sich den Horror im Detail antun will, zu dem unsere Volksvertreter mittlerweile kalt lächelnd in der Lage sind, gelangt hier zu einem Dokument der Schande.“

49 Tage bis der Staat weiß, was du getan hast…

Theoretisch, wenn der Bundespräsident das Gesetz unterschreibt und Beschwerde beim Verfassungsgericht erfolglos bleibt. Denn dann wird unsere Telekommunikation über Telefon und Internet protokolliert. Wer jetzt noch handeln möchte, erfährt auf der Webseite der Initiative „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung“ mehr zu den Möglichkeiten des bürgerlichen Engagements.

1 2 3 4