Monthly Archives: Februar 2009

Automobilabsatz: M-Index steigt um 33 Punkte

Indikatoren für den wirtschaftlichen Ab- und Aufschwung haben derzeit Hochkonjunktur. Ich kann nun stolz vermelden, ebenfalls einen Indikator für den Zustand der KFZ Umsätze in Deutschland entwickelt zu haben.

Mein Indikator, kurz M-Index, ist ziemlich zuverlässig in der Ermittlung des Automobil-Absatzes.

Wie wird der M-Index ermittelt?

Ziemlich simpel. Ich fahre jeden Morgen auf dem Weg zur Büro am Betriebshof der Firma Mosolf in Kirchheim vorbei. Mosolf ist spezialisiert auf Automobil-Logistik und organisiert den Transport von Neuwagen oder Leasing-Rückläufer für Hersteller, Unternehmen, Banken und Leasing-Gesellschaften.

Sprich: wenn in Deutschland ein Auto geordert wird, organisiert Mosolf den Transport vom Hersteller zum Endkunden.

Nun war im Monat Dezember der Betriebshof von Mosolf eine ruhige Angelegenheit. So herrschte auf dem Umschlagparkplatz gähnende Leere. Es war kein Neuwagen für die Verladung geparkt.

Heute, ende Februar hat sich das Bild gewandelt. Der Umschlagparkplatz ist wieder um gut ein Drittel belegt. Ein Zeichen für Neuwagen-Bestellungen.

So ist der M-Index im Vergleich zum Monat Dezember um ca. 33 Basispunkte gestiegen.

Die Abwrackprämie der Bundesregierung wirkt laut M-Index nachweislich.

M-Index Februar 2009

Da ich nun mit dem M-Index in die Reihe der führenden Wirtschaftsprognose-Institute aufschließe, möchte ich noch anmerken, das der aktuelle M-Index im Vergleich zum Jahresanfang 2008 noch eine Schwäche von 77 Basispunkte ausweist. Denn zum Vorjahresmonat Februar 2008 war der Umschlagparkplatz zu gut 100% belegt.

Eine weitere Veröffentlichung des M-Index erfolgt im März. Dann wissen wir, ob sich der positive Trend im Automobilabsatz verfestigt hat.

Facebook rudert rückwärts

Es hätte alles so schön werden können. Facebook wollte in Deutschland kräftig wachsen und den Platzhirsch StudiVZ verdrängen. Im Prinzip hätte Facebook dazu Chancen: das Portal bietet funktional und inhaltlich wesentlich mehr, wie der deutsche Clone StudiVZ. Auch hat sich StudiVZ in den letzen Monaten nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die AGB Bestandteile bzgl. der Nutzung der Benutzerprofile anbelangt.

Gerade letzter Punkt ist ja sehr heikel. Gehen wir mal davon aus, dass die gesammelten Profildaten, der eigentlich Asset einer Community-Plattform für den Betreiber ist. Diese Daten wären Gold wert, wenn Sie für Marketing genutzt werden. Das ist aber das Problem. Als StudiVZ genau dies in seinen AGBs angekündigte, war der Sturm der Entrüstung bei Presse, Datenschützern und Benutzern groß. Schlechte PR für Deutschlands führende online Community.

Nun ist Facebook in den gleichen Fettnapf getreten. Wieder gibt es einen großen Sturm der Entrüstung, da sich Facebook per AGB mehr „Freiheiten“ bei der Nutzung und Weitergabe von persönlichen Daten einräumen möchte.

Wie verzweifelt muss der Gigant sein, wenn er sehendes Auges in die gleiche Falle tappt, wie der Wettbewerber? Mir scheint, die Geschäftsmodelle der Community-Betreiber gehen nicht auf. Statt bares Gold entpuppen sich Benutzerprofile als Blech, da diese nicht vermarktet werden können (was so auch gut ist).

Don’t panic you are safe!

Bevor jemand schimpft „böses Open Source“  oder „böses Typo3″, meine 5 Cent zum aktuellen Sicherheitsupdate für Typo3.

Unabhängig ob proprietär oder Open Source, hat Software generell ein Problem mit Schwachstellen. Und es gibt bei Websoftware-Systemen immer böse Zeitgenossen, die versuchen in diese zu einzudringen.

Meistens erfahren Anwender bei propritärer Software nichts von solchen Gefahren und Sicherheitsproblemen, da Hersteller diese in einem „stillen Verfahren“ per Update beheben. Oder es gibt ein bekanntes Sicherheitsproblem und man muss eben warten, bis der Hersteller dies löst. Der Internet Explorer ist dafür ein wohlbekanntes beispiel.

Nun hatte auch TYPO3 jüngst ein massives Sicherheitsproblem. Die Open Source Community hat vorbildlich reagiert. Zu erst wurde rasch in den Sourcen das Problem indentifiziert und per Patch geschlossen. Danach gab es eine offizelle Meldung mit der detailierten Information zum Sicherheitsproblem und den Hinweisen zum Patchen der betroffenen TYPO3 Versionen.

Nun ist es eben an den Nutzern des Systems, dieses auf den aktuellen Stand zu bringen. Wir haben beispielsweise schon vor der Veröffentlichung der genauen Schwachstelle, damit begonnen die Server unserer Kunden auf den aktuellen Stand zu bringen und per Patch die Sicherheitslücke zu schließen.

Learntec – halb voll oder halb leer?

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Ansichtssache. Die Messehalle der Learntec in Karlruhe wäre ebenfalls halb leer, wenn der Veranstalter nicht rechts und link großzügig Catering-Bereiche eingebaut hätte und der hintere Teil der Halle abgetrennt wurde. Ein Trauerspiel. Von Jahr zu Jahr werden die Aussteller weniger und die Stände kleiner.

Halb voll oder halb leer?

Halb voll oder halb leer? Auf die Qualität kommt es ja an!

Also hat sich der Besuch der Learntec gelohnt? Gab es aufregende Dinge und Innovationen aus dem Sektor e-Learning zu begutachten? Fehlanzeige. Vielmehr scheint der e-Learning-Sektor auf dem Boden der Realität angekommen zu sein.  Die Zahl der Austeller für LMS-Systeme und Autorenwerkzeuge ist deutlich zurückgegangen. Technisch ist das Thema e-Learning abgefrühstückt. Die eigentliche Herausforderung liegt im Bereich der Didaktik und der kostenfreundlichen Content-Erstellung bzw. Distribution.

Ob ich nächstes Jahr nochmal nach Karlruhe fahre?

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Ausgespielt

Als echter Junger aus Göppingen, bin ich selbstverständlich mit einer Modelleisenbahn aufgewachsen. Wie schon mein Vater, von seinem Vater eine elektrische Eisenbahn von Märklin bekommen hatte, wurde auch wir Jungs mit einer solchen beschenkt.

Gerne denke ich an unser Spiel mit der Eisenbahn zurück. Es war eine schöne Zeit und gelernt haben wir Jungs auch was: den Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom, wie man Zugkatastrophen simuliert, daß eine Katze durchaus für massive Störungen im Zugverkehr sorgen kann… und noch vieles mehr.

Denke ich an die Zeit mit unserer Modelleisenbahn, werde ich also wehmütig.

Traurig stimmt mich die aktuelle Meldung aus dem Handelsblatt. Märklin, unser heimischer Hersteller der geliebten Modeleisenbahn steht vor einem Scherbenhaufen. Nachdem es unter der Regie des Finanzinvestors Kingsbridge nicht gelungen war, daß das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt, kann jüngst nicht mehr das Gehalt an Mitarbeiter überwiesen werden.

Am langen Ende ist es Märklin nicht gelungen, sich mit seinen Spielwaren am Markt erfolgreich zu positionieren. Der junge Nachwuchs an spielt lieber mit dem Computer Railroad-Tycoon. Und die Generation der Rentner tut sich zunehmends schwer, mit dem teuren Hobby Modelleisenbahn. Dazu kommen noch Misswirtschaft im Management und unstete Strategien.

Meine Modelleisenbahn steht übrigens gut in Kisten verpackt auf dem Dachboden. Jüngst haben wir in unserer Familie zuwachs bekommen – eine Tochter. Schlecht für die elektrische Eisenbahn.