Moon

Mobiles Internet im Würgegriff der Carrier

28.11.07

Seit Jahren sehe ich auf Kongresse neue Konzepte, Ideen und Services die auf mobile Internet-Dienste beruhen. Zahlreiche Startups, Versuchslabore und Companies haben tolle Konzepte entwickelt. Doch am Markt sind weiterhin nur Klingeltöne und Wallpapers fürs Handy erfolgreich sichtbar.

Leider bietet der Mobilfunkmarkt ein wesentlich schwierigeres Marktumfeld für die Entwicklung von Internet basierten Geschäftsmodellen. Warum? Zum einem gibt es in Europa auf den Mobilfunktmärkten nationale Oligopole der Netzbetreiber. Diese fürchten bei der Etablierung IP-basierter mobiler Dienste um den Verlust von profitablen Cash-Cows.

Beispielsweise sind SMS-Dienste ein Geschäft mit wunderbaren Profiten, welche durch mobiles Instant-Messaging kannibalisiert würden. Und warum sollte eine Branche freiwillig auf einen solchen Goldesel verzichten? Hier sind sich die Netzbetreiber einig.

Eine weitere große Hürde ist das Roaming. Insbesondere in Europa, mit seinen vielen Ländergrenzen auf engem Raum, behindern hohe Roaming-Gebühren zwischen den Netzbetreibern die Etablierung von mobilen Services. Während durch die EU in Europa der freie Waren und Grenzverkehr herrscht, steht im mobilen Internet vor jeder Landesgrenze ein Kassenhäuschen der Mobilfunkbetreiber. Die Roaminggebühren für mobiles Internet sind horrend und schrecken den Nutzer ab (ich selbst halte mit einer Monatsrechnung von 800 Euro für mobiles Internet einen traurigen Rekord im Büro!).

Es ist aber schlicht nicht einzusehen, warum hohe Roaminggebühren gerechtfertigt sind. Schließlich sind alle großen Netzbetreiber in Europa mit nationalen Tochterunternehmen gut aufgestellt. Roaming ist zunächst ein profitables Raubrittertum, und ein weiterer Baustein, der die Etablierung von mobilen Internet-Diensten verhindert.

Der dritten Punkt der mobile Geschäftsmodelle erschwert ist das Handy. Wer eine Software für mobile Endgeräte am Markt einführen möchte, muss diese für ca. 60 verschiedene Gerätetypen anpassen. Dies sorgt für hohe Entwicklungskosten, die wiederum den ROI von mobilen Geschäftsmodellen verschlechtern.

Und zuletzt viertens: bei mobilen Geschäftsmodellen möchten alle Marktteilnehmer in der Verwertungskette möglichst einen Anteil an den Einahmen. Wer aber seine Erlöse mit Netzbetreibern, Handy-Herstellern und Content-Lieferanten teilen muss, tut sich schwer vom Kuchen selbst noch genug zum Überleben ab zubekommen.

Das beste Navigationsgerät…

22.11.07

…ist ein Handy! So hat es laut einem Bericht des Manager-Magazins ein ADAC Test ergeben.

Mit dem Mio 501, belegte ein Smartphone den ersten Platz unter den getesteten Navigations-Handhelds.

Android startet $10 Mio. Bounty-Programm

12.11.07

Wow, jetzt wird es interessant. Das Android-Konsortium hat ein Bounty-Programm in Höhe von 10 Mio. $ gestartet. Gefördert werden die besten Software-Ideen für die Android-Plattform.

Software-Entwickler können sich bis März 2008 mit Ihren Ideen bewerben und erhalten max. $275.000 Förderung für die Realisierung der vorgeschlagenen Lösung. Die Android Developer-Challange ist ein cleverer Schritt, um die Open Source Entwickler Community für die mobile Plattform Android zu begeistern.

Schon jetzt ist das Showcase von Android beindruckend:

Via seekXL Blog

Freedom of choice statts iPhone

12.11.07

Das iPhone ist cool, keine Frage. Doch die Rahmenbedingungen mit SIMlock und Tarife sind bescheuert. Und warum sich auf den propritären Mist einlassen, wenn es von FIC Openmoko gibt? Auch können wir auf die ersten Geräte auf Basis von Android gespannt sein.

Danke an Volker für den Link auf Gizmodo.

iPhone Abzocke mit Roaming Gebühren

09.11.07

“He Brother… rück die deine Kohle raus oder isch’ rip disch ab!” Zwischen den Abzock-Sitten in einem Slum in Sao Paulo und den Roaming-Gebühren für das iPhone in Deutschland gibt es keinen großen Unterschied. Kleine Kostprobe gefällig?

So kosten Internet-Roaming pro 50kb übertrage Daten:

Schweiz: 0,49 Cent
Frankreich: 0,39 Cent
China: 0,79 Cent
Russland: 0,79 Cent

iPhone Deutschland: Abzocke mit Roaming

Welch eine Abzocke! Denn Besitzer des hübschen iPhones können durch den SIM-Lock nicht auf einen günstigen Anbieter im Ausland wechseln. Auch ruft die aktivierte Voicmail-Box des iPhones brav jede eingehende Nachricht per Internet-Verbindung ab. So kommen ganz schön hübsche Sümmchen per Roaming zusammen. Die Gewinner in diesem Spiel: T-Mobile und Apple. Der Verlierer? Na, der dumme Kunde eben.

Ich bin mal gespannt, in knapp einem Monat dürften wir die ersten Horror-Meldungen von deutschen iPhone Nutzern lesen können, denen eine saftige Roaming-Rechnung von T-Mobile ins Haus flattert.

iPhone sucks. Ohne mich, da warte ich doch lieber auf die Angebote der Wettbewerber im nächsten Jahr ;)

Hack your iPhone: The iPhone Dev Wiki

26.09.07

Das Thema iPhone Hacking ist auch in Deutschland sehr populär. Wer  sein iPhone modifizieren möchte, findet im iPhone Wiki ein hilfreiches Kompendium. In diesem Wiki wird unter anderem beschrieben:

  • Software für SIM unlock
  • API’s
  • Firmware
  • Hacking und Debugging

Achso noch ein kleiner Hinweis. Mit der Modifikation des iPhones gehen auch die Gewährleistungsansprüche verloren…

Bye, bye Palm

17.09.07

Wer wissen möchte, wie ein innovatives Unternehmen durch Management-Fehlern peu a peu den Bach runter geht, der sollte sich die Geschichte von Palm Inc. näher anschauen.

Als langjähriger Palm-Nutzer habe ich am Wochenende meinen Treo 680 endgültig ausgemustert und durch ein Nokia Smartphone ersetzt. Ein längst überfälliger Schritt, denn meinen Treo habe ich mehr aus nostalgischen Gründen weiter verwendet. Doch die veraltete Technik des Treos und die sich häufenen Systemabstürze gingen mir immer mehr auf den Keks. Nun ist das Kapitel Palm für mich beendet. Für immer wie es aussieht, denn von Palm ist kein zukunftsweisendes Smartphone in Sicht.

Bye,Bye Palm

Schade, denn die Geräte von Palm galten einst als innovative Spitzentechnologie. Aber das ist lange her. 1996 präsentiere das Unternehmen den ersten Palm Pilot und setzte damit einen Meilenstein in der Entwicklung von PDA’s. Der Pilot war ein kleines handliches Gerät, mit einer gut durchdachten Benutzeroberfläche und einem schlangen Betriebssystem. Der Pilot war die perfekte Symbiose zwischen Design, Handhabung und Software, also das iPhone seiner Zeit.

Palm hat in dieser Zeit den Markt für PDA’s und Handhelds beherrscht. Und dann? Es folgten zahlreiche neue PDA-Modelle, aber keine grundlegenden Innovationen. Das Management hat die Zukunft des Unternehmens auf Raten verpennt.

  • So wurde der Smartphone-Markt verschlafen und Unternehmen wie Backberry und Nokia überlassen.
  • Die Einheit von Betriebssystem PalmOS und Hardware wurde aufgelöst.
  • Neue Produkte wie der Treo wurden mit veralteter Technik ausgestattet (kein Wlan, kein UMTS)

Heute befindet sich Palm mit seinen veralteten Geräten einem hochdynamischen Markt konfrontiert. Apples iPhone hat den Innovationsdruck auf alle Hersteller von Smartphones erheblich verstärkt. Zwar hat Palm mit Jon Rubenstein einen erfahren Apple-Manager verpflichten können, doch der Wettbewerb im Smartphone-Segment ist ernorm.

Falls es Palm eines Tages gelingen sollte ein innovatives Smartphone zu präsentieren, bin ich gerne Nutzer. Doch an diesen Innovationsschub kann ich nicht Glauben. Bye, bye Palm.

Kostenfalle iPhone Roaming: Familie erhält 4800$ Telefonrechnung

11.09.07

Das automatische E-Mail update des iPhones wurde einer amerikanischen Familie im Urlaub zum Verhängnis. Während sich Jay Levy an Bord eines Kreuzfahrschiffes mit seiner Familie entspannte, arbeiteten die drei mitgereisten iPhones der Familie fleißig weiter. Über eine internationale Datenverbindung im Roaming aktualisierten die drei mitgereisten iPhones regelmäßig Dateien und E-Mails.

Das tückische daran: auch im vermeintlich ausgeschalteten Zustand nutzen die drei iPhone regelmäßig die teure Roaming-Verbindung für den Datenabgleich. Das Resultat am Ende der Kreuzfahrt ist eine fürstliche Telefonrechnung von 4.800$ mit Roaming-Gebühren für drei iPhones.

Laut einem Bericht des online-Magazins newsday.com entpuppte sich die Benutzung des iPhones auch für weitere Anwender zu einer teuren Kostenfalle. Da die Benutzung des iPhones in den USA mit einem Flat-Tarif bei AT&T gekoppelt ist, werden Roaming-Kosten durch die Benutzung im Ausland leicht vergessen. Eine unbedachte Nutzung von Datenverbindungen wird dann aber schnell teuer.