Heute durfte ich den schlechten Kundenservice der Deutschen Bahn AG am eigenen Leib erfahren. Statt wie öffentlich versprochen, mein nicht eingelöstes Ticket des Streiktages am 03.07.2007 zu erstatten, bleibe ich nun auf den Kosten sitzen.
Die Begründung: es wurde beschlossen, dass die Erstattung nur für reguläre Tickets gilt. Tickets im Spartarif werden nicht erstattet. Das nenne ich eine gekonnte Kunden-Kommunikation der “Clearing Stelle” der Deutschen Bahn AG. Warum wird dem Kunden öffentlich eine Erstattung versprochen, wenn diese in der Praxis mit Ausnahmeregeln verweigert wird?

Gerade gingen meine Tickets mit einem kleinen Anschreiben an den Vorstand:
Deutsche Bahn AG
An den Vorstand
Potsdamer Platz 2
10785 BerlinAn den Vorstand der Deutschen Bahn AG, vertreten durch Hartmut Mehdorn, Diethelm Sack, Margret Suckale, Dr. Otto Wiesheu, Roland Heinisch, Dr. Karl-Friedrich Rausch, Dr. Norbert Bensel und Stefan Garber
Beschwerde zum Kundenservice „Kostenerstattung von Bahntickets der Deutschen Bahn“, anlässlich der Arbeitskämpfe vom 03.07.2007
Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes,
sehr geehrter Vorstandsvorsitzender Herr Mehdorn,wenn sich Kunden die Mühe machen, Ihren Unmut schriftlich zu äußern ist dies keine Selbstverständlichkeit. Insofern hoffe ich, dass Sie mein Engagement zu würdigen wissen und diese Zeilen nicht unbeantwortet bleiben.
Anlässlich der Arbeitskämpfe vom 03.07.2007 war ich als Kunde der Deutschen Bahn unmittelbar von den Auswirkungen betroffen. Durch den Stillstand der Bahnverbindungen konnte ich meine Reise von Stuttgart nach Frankfurt Flughafen nicht antreten. Da ich eine geschäftliche Flugreise antreten musste, war es absolut notwendig mein Reiseziel an diesem Tag pünktlich zu erreichen.
Notgedrungen musste ich trotz Bahnticket auf das Auto umsteigen. Hierdurch sind mir erhebliche Unannehmlichkeiten und Kosten entstanden.
Statt wie geplant, den bequemen und komfortablen Service Ihres Unternehmens zu nutzen, musste ich die Fahrstrecke, von hin und zurück 400 km, mit dem Auto zurücklegen. Außerdem war es notwendig mein Fahrzeug für 3 Tage im Parkhaus des Flughafens unterzubringen, wofür zusätzlich Gebühren anfielen.
Diese Umstände haben mir persönlich folgende Kosten verursacht:
Pos. 01 Benzin PKW: 54,00 Euro
Pos. 02 Parkticket Flughafen: 57,80 Euro
Pos. 03 Bahnticket: 68,00 Euro
—————-
Summe: 179,80 EuroLeider musste ich nun feststellen, dass die Kostenerstattung meines Bahntickets (AN XXX XXX XXX durch Ihre Clearing-Stelle abgelehnt wurde, da Ihr Angebot zur Kostenerstattung nicht für den gewählten Ticket-Tarif gilt.
Als geschädigter Bahnkunde denke ich mir: am Tag des Streiks wird vollmundig über die Presse verkündigt, dass die Deutsche Bahn AG den betroffenen Reisenden das Ticket erstattet. Wenn der Kunden von diesem Angebot gebraucht machen möchte, wird mit Hinweise auf Ausnahmen das Versprechen nicht eingelöst.
Meine Damen und Herren, ich bin enttäuscht. Die Deutsche Bahn AG hat in meinem Fall Ihr öffentlich verkündigtes Versprechen nicht gehalten.
Bekanntlich verbreiten unzufriedene Kunden negative Erfahrungen eher, als zufriedene. Auch in diesem Fall trifft dies zu. Ich bin mehr als unzufrieden, ich fühle mich von Ihrem Unternehmen „veräppelt“.
Menschen machen Fehler, und in einem Konzern gibt es viele Stellschrauben und Weichen die zu Fehlern und Irrtümern führen können. Gerne bin ich bereit, meine Meinung zu ändern und mich positiv von der Reaktion Ihres Unternehmens überraschen zu lassen.
Ich habe Ihnen mein Bahnticket für den betreffenden Tag beigelegt. Falls Sie mir die Kosten für das Ticket erstatten möchten, können Sie den Betrag an folgende Bankverbindung überweisen:
XXX XXX XXX XXX.Mit freundlichen Grüßen
Mirko Ross
Nachtrag: Ebenfalls ein sehr lesenswerten Bericht zum Thema Kundenservice während der Streiks, verfasste Florian Sander in seinem Blog Kreativrauschen.


10 comments so far
Geschicktes Vorgehen der Bahn…. alle zu den Spartarifen locken und dann im Falle eines Falles den Kunden eine lange Nase machen. Das ist wieder einmal typisch. So verjagt man Kunden, aber gewinnt keine! Entweder es ist wirklich so oder Du hattest einen “Berater” der wieder mal nur die Hälfte wusste, was bei der Bahn ja auch nicht selten vorkommt. Und wegen Deines Briefes….. ich kann Dich gut verstehen. Aber erfahrungsgemäß kommen da “vorgefertigte” Antwortschreiben, die alles beschwichtigen und viel Bla-Bla enthalten. Letztlich bist Du der Bahn, so hart es klingen mag leider sch….egal! Leider!
Na, wie Mirko mit solchen vorgefertigten Antworten umgeht wissen wir ja noch von der “Debitel-Porn-Spam-Affäre”
http://think.digital-worx.de/2006/12/07/debiltel-die-antwort/
Das verspricht wieder sehr spannend zu werden ;-) … arme DB!
Ja, die Geschichte hat Potential um noch lustig werden….
Ich warte noch auf eine Reaktion…
[...] landen beim ersten Suchtreffer nicht auf der Seite der Deutschen Bahn sondern auf unserem Blog-Beitrag in Think!, der sich nicht gerade wohlwollend mit dem Kundenservice der Deutschen Bahn [...]
Hi,
ich habe heute die Böse-aber-gerecht-Woche gestartet, dabei geht es darum sich über jeden Makel am Service bei den zuständigen Stellen zu beschweren!
Ich finde deinen Brief wirklich klasse! Schau doch mal in meinen Blog rein - da stehen weitere Details.
[...] muss Zeit und Geduld mitbringen. Satte 14 Wochen (!) benötigte die Deutsche Bahn, um auf meine schriftliche Beschwerde zum Bahnstreik zu [...]
oehmm da ya ich hbae kein verstaendnis dafuer das die bahn streikt weiL hoert maL hier habt euch den job ausgesucht alsu merkert jetz auch nicht…wir haben ein spartickt gekaut &nd bekommen jetz das geld nicht zurueck haLLo was soLL das denn??Und wegen diesen notfahrplänen sie mueszen auch mal drueber nachdenken was eingige leute auch kleine kinde bzw babys dabie aben wie stellt dich die bahn das vor? tut mir leid ihr seit doch selber schuld wenn ihr diesen job waehLt !!!wir wollen auf jeden faLL unser geld zurueck von sparticket!!!
Bei denne muss man echt zeit und gedult haben
Also ehrlich gesagt muss man sich bei dennen zeit und gedult mitbringen sonst übersteht man das nicht
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