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.tv Domain bald vor dem Aus?

Der Inselstaat Tuvalu, bekannt durch die Top-Level-Domain €ž.tv€œ, versinkt im Meer. Den Bewohnern steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Der durch die Klimaerwärmung steigende Meeresspiegel wird in ca.50 Jahren die sieben Inseln von Tuvalu vollständig überspülen.

Doch was passiert dann mit der Länder-Domain €ž.tv€œ. Ohne Tuvalu gibt es kein Land und ohne Land kein Anrecht auf eine Top-Level-Länderkennung. Damit stünden unzählige Fernsehanstalten in dieser Welt, vor einem Aus ihreres .tv Domainnamens.

Tuvalu lädt bald zum Schwimmen ein

Dabei ist die Geschichte um die €ž.tv€œ Domain von Tuvalu schon kurios genug. Im Jahr 2000 hat der Inselstaat die Vermarktungsrechte der Top-Level-Domain für $50 Mio. an das Unternehmen dotTV verkauft.

Von dem sprudelnden Geldsegen haben allerdings nur wenige der 11.000 Bürger Tuvalus profitiert. Gerüchten zufolge ist ein großer Teil des Geldes in Regierungskreisen versickert. Solide Häuser aus Beton zeugen vom neuen Reichtum einiger Einwohner.

Gestern im Radio habe ich ein Interview mit dem einzigen deutschen Einwohner Tuvalus gehört. Dieser ist davon überzeugt, dass Tuvalu durch das Gewicht der neuen Betonhäuser im Meer versinkt.

Konservative australische Politiker, freuen sich sicherlich über eine solche Erklärung. Schließlich ist Australien mit dem enormen CO2-Ausstoß nicht ganz unschuldig am verschwinden der pazifischen Inselgruppe. Zumindest gibt es schon Bürgerrechtler im Land, die die Australier moralisch verpflichtet sehen, die 11.000 Einwohner Tuvalus als Einwanderer aufzunehmen. Die Regierung Tuvalus ist bemüht ein Land für die Evakuierung der Insel-Bewohner zu finden.

Informationsfreiheit ade: Wenn der Staat weiss, was du getan hast…

Jedes Volk erhält die Regierung, die es verdient. Das stimmt nur bedingt. Ich erwarte von meinen gewählten Abgeordneten, dass sich diese an unser Grundgesetz halten. Denn für Abgeordnete gilt GG §48(1):

Die Abgeordneten des deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Nach dem Abstimmungsverhalten der Abgeordneten der Regierungsparteien zum Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung müsste der letzte Teil von §48(1) de facto lauten:

“…Sie sind Vertreter Ihrer Partei und an den Weisungen der Fraktion gebunden!”

Denn nur so ist das geschlossene Abstimmungsverhalten der Abgeordneten von CDU/CSU und SPD zu erklären.

Pikant: im Sitzungsprotokoll des Bundestages äußern 26 Abgeordnete der SPD-Fraktion ihre verfassungsrechtlichen Bedenken zur Gesetzesvorlage und stimmen dennoch dafür.

Zitat:

“Trotz schwerwiegender politischer und verfassungsrechtlicher Bedenken werden wir im Ergebnis dem Gesetzentwurf aus folgenden Erwägungen zustimmen…”

Es folgt eine Begründung in mehren Absätzen, zur Haltung der Fraktion und Regierungsarbeit die mit dem Satz schließt:

“Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird…”

Habe ich richtig gelesen? 26 Abgeordnete stimmen mit JA, weil Sie der Meinung sind, dass Bundesverfassungsgericht wird es schon richten?

Ist das, wirklich dass die zweifelhafte Haltung einiger Abgeordneter? Blogger Marc Schloeske schreibt dazu empört:

“…Man stimmt also einem Gesetz zu, dessen “verfassungswidrige Bestandteile” man kurzerhand als Entschuldigung für das eigene schizophrene Abstimmungsverhalten umdeutet? Frei nach dem Motto: Der Gesetzentwurf ist ohnehin verfassungswidrig, also kann man sich getrost der Fraktionsdisziplin unterordnen?

Wenn man für seine angeblich kritische Position keine Mehrheit findet, dann sollte man wenigstens den Mut haben und mit “Nein” stimmen oder sich enthalten. Diese Feigheit, die sich zu allem Überfluß noch selbst aus der Verantwortung stehlen will, ist aber obszön und jämmerlich.”

Lawblogger Udo Vetter meint zynisch:

“Der Bundestag hat gestern das Fernmeldegeheimnis zu Grabe getragen und die Freiheitsrechte der Bürger in diesem Land weit darüber hinaus beschädigt. Wer sich den Horror im Detail antun will, zu dem unsere Volksvertreter mittlerweile kalt lächelnd in der Lage sind, gelangt hier zu einem Dokument der Schande.”

49 Tage bis der Staat weiß, was du getan hast…

Theoretisch, wenn der Bundespräsident das Gesetz unterschreibt und Beschwerde beim Verfassungsgericht erfolglos bleibt. Denn dann wird unsere Telekommunikation über Telefon und Internet protokolliert. Wer jetzt noch handeln möchte, erfährt auf der Webseite der Initiative “Stoppt die Vorratsdatenspeicherung” mehr zu den Möglichkeiten des bürgerlichen Engagements.

Vernichtet Internet-Bandbreite persönliche Lebenszeit?

Achtung jetzt wird es philosophisch! Es ist verblüffend, wie effektiv man Zeit empfinden kann, wenn kein Internet-Anschluss mit hoher Bandbreite zur Verfügung steht.

Bandbreite ist nicht so wichitig...

Das permanente Feuer aus allen Kommunikationskanälen raubt uns Zeit. Anstatt uns Freiräume zu verschaffen, werden wir durch das Internet permanent mit Informationen geflutet: E-Mail, Instant Messaging, VoIP und Web verlangen nach Aufmerksamkeit. Um so höher der Grad der Vernetzung und um so höher die verfügbare Bandbreite, desto mehr werden wir mit Informationen überschwemmt.

Die letzte Woche verbrachte ich auf einer Insel und war nur mit einer langsamen GPRS-Verbindung an der Web-Aussenwelt angebunden. Was für ein Kontrast zum alltäglichen Internet-Breitband-Irrsinn: es herrschte vorwiegend Ruhe auf den Kommunikationskanälen. Ruhe die Zeit fürs Wesentliche ermöglicht.

Die “Allways-On” Gesellschaft wird uns in Punkto persönliches Zeitmanagement sehr viel Disziplin abverlangen.

Nachtrag: Gerade lese ich im Werbeblogger einen Praxisbericht zum Thema “Always Online”… klappt fast überall wunderbar mit dem Breitband, bis auf kleine zeitlose Dörfchen in Schleswig-Holstein…

Open Source Sucks Teil I

Ja wirklich es regt mich auf! Es geht um Open Source Entwickler, die absichtlich mit schlampiger Arbeit ein Projekt verseuchen, um später mit Patches und Fixes Kohle zu machen. Wenn diese Geschichte aus einem sehr bekannten Open Source Projekt stimmt, dann schwillt mir der Hals.

Heute wurde mit am Telefon folgendes Berichtet: Herr XYZ ist in der Community zuständig für die deutsche Lokalisierung des Projektes XXX. Es ist kein Geheimnis, dass es im Betrieb der Software immer wieder Probleme mit der deutschen Lokalisierung gibt.

Herr XYZ ist Kompetent, hat ein Buch über die Software geschrieben und kümmert sich rege im Forum um Posting.

Soweit so gut. Das ist Open Source at its bests.

Nun zum pikanten Detail, dass etwas unschön ist.

Mein heutiger Telefongesprächspartner setzt die besagte Open Source Software XXX ein und ist durchaus gewillt dafür auch bei externen Dienstleistern Leistungen für Anpassungen und Support einzukaufen.

In diesem Sinne hatte er die Firma von Herrn XYZ kontaktiert. Während des Gesprächs mit Meister XYZ selbst, wurde auch über Probleme mit fehlerhaften Inhalten in der deutschen Sprachversion gesprochen.

Wir erinnern uns: Herr XYZ ist verantwortlich für die deutsche Versionierung. Deshalb ist folgende Aussage besonders erschreckend: “Ja, es gibt Probleme in der offiziellen deutschen Sprachversion. Sie können bei uns eine Sprachversion erwerbe, in der diese Fehler behoben sind”

BITTE!!!!

Derjenige der für die fehlerhafte Version verantwortlich ist, versucht Anwendern per Buxfixing um Geld zu erleichtern? Ja geht es noch?

Das nenne ich mal niedere Beweggründe. Ein solches Verhalten ist unmoralisch, schadet der Software-Qualität und dem Gedanken der Open Source Community.

Systems 2007

In knapp einer Woche ist es soweit: dann präsentieren wir live die neuesten Trends rund um Customer-Relationship-Management und Open Source Software. Deshalb an dieser Stelle, etwas Eigenwerbung.

Das gibt es auf unserem Messestand in Halle B2 110-7 zu sehen:

Getreu unserer Philosophie basieren alle vorgestellten Lösungen zu 100% auf Open Source Software. Damit können unsere Kunden die Software ohne Lizenzgebühren und Einschränkungen unbegrenzt verwenden, anpassen und erweitern.

Beratung, Service und Support zu allen Open Source Software Systemen garantieren Ihnen unsere Experten.

Wir freuen uns auf einen Besuch an unserem Messestand.

Rahlfs+Ross Multimedia auf der Messe SYSTEMS 2007:

23.-26. Oktober Messe München
Open Source CRM Center
Halle B2 Stand 110-7

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